New York 2008 (9)
- im Radiostudio mit Tom
- Tony Conrad in grün
- Skyline
- Williamsburgbridge bei Nacht
Ich habe jetzt mehr oder weniger beschlossen mein Konzept zu ändern,
bzw. die alte Idee für eine andere Stadt auf zu bewahren und etwas
neues zu machen.
Gestern bin ich stundenlang durch Queens gelaufen. Ab und zu habe ich
die Kamera rausgeholt und gefilmt und bin dabei hoffentlich meiner
oder einer Arbeit wieder einen Schritt näher gekommen.
Ich will einmal kurz versuchen zu erklären, wie sich so ein
"Spaziergang" anfühlt: Ich laufe mit einer ziemlich teuren aber recht
kleinen, also unauffälligen Kamera rum, die wiederum durch das
riesige Mikrophon oben drauf dann doch recht speziell aussieht. Ich
habe keine typische Kameratasche, was ganz gut ist, weil ganz
besonders unauffällig. Mein Stativ ist ziemlich klein und befindet
sich in einer zweiten Umhängetasche, welche eigentlich auch nach
nichts besonderem aussieht.
Ich will ja nicht paranoid klingen, aber ich glaube, dass man mit
solchem Equipment in der falschen Gegend in New York nicht unbedingt
sicher ist. Ich habe einige Aufnahmen unter Brücken gemacht und da
kamen schon ein paar sehr dunkle Gestalten vorbei. Eine meiner
Grundregeln ist hierbei möglichst nie länger als 5 Minuten zu
bleiben, manchmal ist das Bild oder der Sound allerdings so gut, dass
ich auch mal 7 Minuten filme, aber auf keinen Fall länger als 10
Minuten an einem Ort sein. In Bewegung bleiben ist wichtig.
Ein anderes Mal habe ich oben von einer Brücke aus eine Mautstelle
gefilmt - ein fantastisches Bild und toller Sound. Dank meiner Regel
konnte ich die Aufnahme sogar behalten. Ich hatte gerade wieder
zusammen gepackt (was mittlerweile recht schnell geht) und lief schon
wieder in normalem Tempo von der Brücke runter, als die Polizei kam
und nach mir Ausschau hielt. Ich nehme mal an, dass sie für meine
Aufnahmen keinerlei Verständnis gehabt hätten.
Beim U-Bahn fahren gibt es auch einiges zu beachten: Nicht starren!
Starrt man mal die falsche Person an, kann das böse enden. Am besten
heimlich beobachten wie sich die Einheimischen verhalten und das dann
nachahmen.
Man hat es wirklich nicht ganz leicht als Videokünstler in New York.
Zu viele Gefahren, zu viel zu beachten.
Ich fahre weder gerne U-Bahn noch mag ich es unter Brücke abzuhängen
oder mich zwischen Menschenmassen durch die Innenstadt zu quälen,
aber wenn man nicht einfach nur ein Touristenvideo machen will, hat
man kaum eine andere Wahl, als an die Orte zu gehen, wo sonst niemand
mal genauer hinschaut oder hinhört.
Heute regnet es in strömen, also habe ich frei. Wochenende - juhuu.





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