New York 2008 (18)
In Zukunft gibt es auf diesem Blog wieder irgendwelches Zeug aus und
um Berlin oder Musikrezensionen oder Filme oder so... jedenfalls
erstmal nichts mehr über die direkte New York Erfahrung (Deutsch
klingt das alles ganz schön seltsam wenn man die ganze Zeit nur
Englisch spricht... New York experience! - wollt ick sagen).
Gestern habe ich in der Mehanata Bulgarian Bar in der Lower Eastside
gespielt. Vor gut 2 Jahren befand die sich noch in Soho und Eugene
Hutz der Sänger von Gogol Bordello und Hauptdarsteller in der
Verfilmung von: Alles ist erleuchtet (Everything is illuminated -
Jonathan Safran Foer) war ein Resident DJ. Ich war damals ein oder
zweimal dort, jedoch haben mich der Hype um den Laden und die vielen
Prolls drinnen und vor der Tür eher abgeschreckt. Nun 2,5 Jahre
später werde ich Teil des Hypes... naja... seit dem Umzug ist es eher
Still geworden um die Bulgarian Bar und irgendwie lockt man mit
Osteuropäischer Punk und Ska Folklore auch heute niemandem mehr
hinter dem Ofen hervor...
Jeden Sonntag gibt es jetzt dort experimentelle Musik und ich hatte
die Ehre am aller ersten Sonntag zu spielen. Keiko / o.blaat war so
freundlich mich einzuladen und ich nahm die Einladung gerne an.
Es war nicht unbedingt voll, aber die 20 oder so Gäste waren sehr
aufmerksam und es hat Spaß gemacht zu spielen. Langsam beginne ich
auch die Schwächen und Stärken in meinem Set zu verstehen und... egal
- hier soll es um New York gehen.
Ich bin früh gegangen. New Yorker Bars und Läden im allgemeinen haben
die Angewohnheit viel zu viel Desinfektionsmittel für ihre Fussböden
und Toiletten zu benutzen. Geht man zur Happy Hour in eine Bar kann
man sich auf unangenehme Gerüche einstellen. So auch in der Bulgarian
Bar. Es hat echt hart nach Chlor oder so gestunken und es waren nicht
genug Gäste da, um eine gesunde Baratmosphäre zu verbreiten.
Jedenfalls bekam ich Kopfschmerzen und mein Hals kratzte.
Auf dem Hinweg bin ich noch über die Williamsburg Bridge gelaufen,
obwohl mich meine Instrumententasche schon ziemlich genervt hat -
zurück habe ich dann ein Taxi genommen - $10 bis vor die Haustür.
Taxis sind immer noch vergleichsweise günstig.
Gestern war mein letzter ganzer Tag. Ich habe 2 Anläufe gebraucht, um
noch mal nach Manhattan zu gehen. Es war warm und die Innenstadt ist
laut und groß und voll und es stinkt - JA das ist New York - jeder
der das nicht merkt, trägt eine rosarote Brille - ich besitze diese
Brille auch und trage sie hier so oft ich kann. Am Morgen bin ich
wieder umgekehrt, weil es mir einfach zu viel war. Am Nachmittag bin
ich dann noch einmal zum Broadway und es war toll. Die Hitze, all die
Menschen, die coolen Geschäfte, die skurilen Gestalten, die hohen
Häuser, die vielen Gerüche...
Abends ging es dann in den McCarren Park, um mit Freunden ein letztes
Bier aus Styroporbechern zu trinken. Zum Abendessen bin ich mit
meiner Freundin Lindsay nach Bushwick, in eine Gegend, die ich damals
öfter mal zu Konzerten oder Partys besucht habe, die aber ehrlich
gesagt echt gefährlich war - wenn wir am Ende des Abends zur U-Bahn
gegangen sind, haben wir Gruppen gebildet, um nicht alleine zu sein -
Taxis fuhren dort nicht. Alles alte Fabrikgebäude und dunkle
Straßen... Die Straßen haben mittlerweile eine Beleuchtung und die
Fabrikgebäude sind bei Künstlern beliebter denn je. Jedenfalls sind
wir in dieses sehr nette, leckere und schöne Restaurant und wir
mussten auch nur 15 Minuten auf einen Tisch warten und kaum saßen wir
da setzte sich Moby an den Nachbartisch. Die Belegschaft war
natürlich extra freundlich und einige Neuankömmlinge starten den
armen Mann auch ordentlich an und mir wurde klar, dass ich dieses
Restaurant in einem Jahr nicht mehr aufsuchen muss, weil sich die
Preise verdoppeln und die Kundschaft verzehnfachen wird - schade.
Jetzt muss ich packen und aufräumen und meine Wäsche von der
Wäscherei abholen und gute 10 Stunden später + Zeitverschiebung, also
irgendwann Mittwoch Nachmittag bin ich dann wieder in Berlin.
Es war mir wie immer eine Ehre zu Gast in New York sein zu dürfen und
ich bin ziemlich sicher ziemlich bald wieder hier, aber bis dahin:
Auf Wiedersehen New York und Hallo mein liebes Berlin.

0 Comments:
Post a Comment
<< Home