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Tuesday, June 3, 2008

    New York 2008 (18)

    Dies wird mein letzter Eintrag aus New York sein.
    In Zukunft gibt es auf diesem Blog wieder irgendwelches Zeug aus und
    um Berlin oder Musikrezensionen oder Filme oder so... jedenfalls
    erstmal nichts mehr über die direkte New York Erfahrung (Deutsch
    klingt das alles ganz schön seltsam wenn man die ganze Zeit nur
    Englisch spricht... New York experience! - wollt ick sagen).
    Gestern habe ich in der Mehanata Bulgarian Bar in der Lower Eastside
    gespielt. Vor gut 2 Jahren befand die sich noch in Soho und Eugene
    Hutz der Sänger von Gogol Bordello und Hauptdarsteller in der
    Verfilmung von: Alles ist erleuchtet (Everything is illuminated -
    Jonathan Safran Foer) war ein Resident DJ. Ich war damals ein oder
    zweimal dort, jedoch haben mich der Hype um den Laden und die vielen
    Prolls drinnen und vor der Tür eher abgeschreckt. Nun 2,5 Jahre
    später werde ich Teil des Hypes... naja... seit dem Umzug ist es eher
    Still geworden um die Bulgarian Bar und irgendwie lockt man mit
    Osteuropäischer Punk und Ska Folklore auch heute niemandem mehr
    hinter dem Ofen hervor...
    Jeden Sonntag gibt es jetzt dort experimentelle Musik und ich hatte
    die Ehre am aller ersten Sonntag zu spielen. Keiko / o.blaat war so
    freundlich mich einzuladen und ich nahm die Einladung gerne an.
    Es war nicht unbedingt voll, aber die 20 oder so Gäste waren sehr
    aufmerksam und es hat Spaß gemacht zu spielen. Langsam beginne ich
    auch die Schwächen und Stärken in meinem Set zu verstehen und... egal
    - hier soll es um New York gehen.
    Ich bin früh gegangen. New Yorker Bars und Läden im allgemeinen haben
    die Angewohnheit viel zu viel Desinfektionsmittel für ihre Fussböden
    und Toiletten zu benutzen. Geht man zur Happy Hour in eine Bar kann
    man sich auf unangenehme Gerüche einstellen. So auch in der Bulgarian
    Bar. Es hat echt hart nach Chlor oder so gestunken und es waren nicht
    genug Gäste da, um eine gesunde Baratmosphäre zu verbreiten.
    Jedenfalls bekam ich Kopfschmerzen und mein Hals kratzte.
    Auf dem Hinweg bin ich noch über die Williamsburg Bridge gelaufen,
    obwohl mich meine Instrumententasche schon ziemlich genervt hat -
    zurück habe ich dann ein Taxi genommen - $10 bis vor die Haustür.
    Taxis sind immer noch vergleichsweise günstig.

    Gestern war mein letzter ganzer Tag. Ich habe 2 Anläufe gebraucht, um
    noch mal nach Manhattan zu gehen. Es war warm und die Innenstadt ist
    laut und groß und voll und es stinkt - JA das ist New York - jeder
    der das nicht merkt, trägt eine rosarote Brille - ich besitze diese
    Brille auch und trage sie hier so oft ich kann. Am Morgen bin ich
    wieder umgekehrt, weil es mir einfach zu viel war. Am Nachmittag bin
    ich dann noch einmal zum Broadway und es war toll. Die Hitze, all die
    Menschen, die coolen Geschäfte, die skurilen Gestalten, die hohen
    Häuser, die vielen Gerüche...

    Abends ging es dann in den McCarren Park, um mit Freunden ein letztes
    Bier aus Styroporbechern zu trinken. Zum Abendessen bin ich mit
    meiner Freundin Lindsay nach Bushwick, in eine Gegend, die ich damals
    öfter mal zu Konzerten oder Partys besucht habe, die aber ehrlich
    gesagt echt gefährlich war - wenn wir am Ende des Abends zur U-Bahn
    gegangen sind, haben wir Gruppen gebildet, um nicht alleine zu sein -
    Taxis fuhren dort nicht. Alles alte Fabrikgebäude und dunkle
    Straßen... Die Straßen haben mittlerweile eine Beleuchtung und die
    Fabrikgebäude sind bei Künstlern beliebter denn je. Jedenfalls sind
    wir in dieses sehr nette, leckere und schöne Restaurant und wir
    mussten auch nur 15 Minuten auf einen Tisch warten und kaum saßen wir
    da setzte sich Moby an den Nachbartisch. Die Belegschaft war
    natürlich extra freundlich und einige Neuankömmlinge starten den
    armen Mann auch ordentlich an und mir wurde klar, dass ich dieses
    Restaurant in einem Jahr nicht mehr aufsuchen muss, weil sich die
    Preise verdoppeln und die Kundschaft verzehnfachen wird - schade.

    Jetzt muss ich packen und aufräumen und meine Wäsche von der
    Wäscherei abholen und gute 10 Stunden später + Zeitverschiebung, also
    irgendwann Mittwoch Nachmittag bin ich dann wieder in Berlin.

    Es war mir wie immer eine Ehre zu Gast in New York sein zu dürfen und
    ich bin ziemlich sicher ziemlich bald wieder hier, aber bis dahin:
    Auf Wiedersehen New York und Hallo mein liebes Berlin.

    posted by Stephane Leonard at 7:14 AM

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