New York 2008 (17)
Es hat geschüttet und dabei waren es immer noch über 25 Grad - wie in
den Tropen.
Ich wollte raus - ich musste raus. Die Fähre ist immer noch umsonst
und eines der beliebtesten Touristenziele, weil sie direkt an der
Freiheitsstatue vorbeifährt und einen wunderbaren Blick auf die
Skyline Manhattans offeriert.
Ich bin neuerdings beim Ein- und Aussteigen ein wenig ängstlich. Als
ich 2005/06 in New York war hatte mir niemand von diesem
schrecklichen Unfall erzählt, vor ein paar Tagen wurde ich jedoch
darauf aufmerksam gemacht. Am 15. Oktober 2003 fuhr eine der Fähren
direkt in das Anlegeterminal, wobei mehrere Menschen ums Leben kamen
und viele mit Verletzungen dem Tod nur knapp entkamen.
Hier die Story des Kapitäns:
"The ferry's pilot, Richard Smith, attempted suicide by slitting his
left wrist while still on the boat (after the accident). He then
slipped away so suddenly that he left his house keys. He was found
shortly afterward at home (having apparently broken in). Smith had
again tried to kill himself, this time by shooting himself twice in
the chest with a pellet gun, but survived this second suicide attempt.
It was later determined that Smith had lost consciousness while at
the ship's controls. He had taken the painkillers Tramadol and
Tylenol PM both of which can cause drowsiness as a side effect. On
August 4, 2004, Smith pled guilty to manslaughter. He was sentenced
to 18 months in prison on January 10, 2006." (wikipedia)
Zwei Gründe lockten mich nach Staten Island:
1) Ich bin zwar schon öfter mit der Fähre rüber, jedoch meisten
gleich wieder zurück. Der Standardtourist weiß aber oft nicht, dass
es noch eine U-Bahn (fährt allerdings überirdisch - heißt auch
anders: SIR) auf der Insel gibt. 42 Minuten von der Fähre bis zur
Endhaltestelle. Ich wollte immer schon wissen wie es dort aussieht,
stellte mir endlose Strände und Hotelburgen vor und sah mich schon
unter einem Regenschirm, mit Blick aufs Meer, ein Mittagbrot zu mir
nehmen.
2) Ich bin neulich über eine Geschichte gestolpert, die sich in dem
Ort Tottenville, am äussersten Zipfel der Insel gelegen, im Sommer
2007 zugetragen hat. Irgendwie hat es mich neugierig gemacht, wie
wohl ein Ort aussieht an dem Pfaue erschlagen werden. Hier die
Geschichte:
"A Staten Island man grabbed a peacock by its neck and beat it to
death outside a Tottenville fast-food restaurant Thursday morning
after screaming that he had to get the vampire.
The man, who is believed to be in his late teens or early-20s,
allegedly used a baseball bat to attack the bird in a Burger King
parking lot on Page Avenue. He then jumped onto the hood of a car and
threw the bird to the ground, witnesses said. He fled the scene when
he saw police. "We brought it back to our care center but the
injuries were so extreme, we had to put the animal down for humane
reasons," said Richard Gentles, a spokesman for Animal Care & Control
of New York City. "He was beaten so severely that some of the
feathers fell out at the scene and others fell out at the care
center. Its a horrible, horrible situation." A teen-age girl who
works at the Burger King had been feeding the male peacock in the
parking lot just after 7:30 a.m. A short time later she heard the man
screaming and saw him rip off his shirt before brutalizing the
bird.Anyone who witnessed the incident and has a description of the
man is being urged to call Animal Care & Control at 212-788-4000 or
the ASPCA at 212-876-7700 . --Contributed by Glenn NybackÂ" (Staten
Island Advance)
Als ich an der Endhaltestelle ausstieg, fiel ich beinahe ins Wasser.
Der Bahnsteig endet quasi im Meer. Zu meinem Erstaunen fand ich kein
einziges Hotel und auch kein Strand. Viele Einfamilienhäuser, wie
eine typisch amerikanische Vorstadt, nur viel stiller und ganz ohne
Geschäfte. Weit hinten in Totenville leben viele Polizisten und
Feuerwehrmänner - Mittelklasse, je näher man der Fähre kommt desto
vermischter ist die Bevölkerung. Viele Immigranten aus allerlei
Ländern und sogar echte Gangs soll es noch auf Staten Island geben
(in der U-Bahn sahen einige Leute wie Gangster aus).
Ich musste eine ganze Weile laufen bis ich eine kleine Pizzeria zum
snacken fand. Überall wurde ich freundlich gegrüßt und auch ein wenig
verwundert angeschaut (man sieht mir mit dem Stativ um den Hals, den
Touristen doch noch zu sehr an).
Ich lief weiter und weiter, traf eine Schildkröte, fand die Straße
mit dem Burger King, das Restaurant selbst sah ich jedoch nicht, das
Risiko in die falsche Richtung zu laufen war einfach zu groß und ich
war schon ziemlich erschöpft von dem hohen Luftdruck und der
Luftfeuchtigkeit und irgendwann kam ich sogar an einen wilden Strand
und wieder: keine Hotels, keine Promenade... nichts.
Für den Rückweg zur Fähre, beschloss ich den Bus zu nehmen. Dies
schien mir sicherer und unterhaltsamer. Eine Stunde später war ich
wieder auf der Fähre.
Sag Ja zu: Hans Jürgen Pickles (siehe Photo)






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